Spaziergänger aus Langeweile

Jeden Tag sehe ich Sie. Die Spaziergänger aus Langeweile. Sie sind nicht ohne Grund hier am Wannsee. Sie sind meistens Patienten des Krankenhauses. Gut zu erkennen am orangen Beutel mit denen Sie von der Diakonie ausgestattet werden.

Die meisten Spaziergänger hatten OP’s am Oberarm und sind somit noch mobil.

Der Ablauf – den ich täglich erleben kann – ist meist der gleiche: Die ersten Tage erkunden. D wird nach dem Weg in den Park gefragt. Übrigens sehr zu empfehlen der unter Denkmalschutz stehende  Park. Im weiteren Verlauf gehen die meisten Patienten einen bestimmten Weg. Und da die Essenszeiten ebenso geregelt sind, Kommen die meisten in den darauffolgenden Tagen meist zur gleichen Zeit vorbei.

Und dann kommt der Wandel. Man kennt alles, man weiß alles. Dann wird langsamer spaziert. Mehr nach rechts und links geschaut. Ein Buch mitgenommen. Auf einmal nimmt man jede Kleinigkeit wahr.

Auch ich hatte das bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt.

Da konnte ich leider nicht raus. Sondern, bin stundenlang den Gang auf und ab gelaufen – soweit wie es ging. Und ich entdeckte auch Kleinigkeiten. Schöne simple Dinge.

Also hat ein Aufenthalt im Krankenhaus nicht nur eine heilende Wirkung für den Körper , sondern auch für den Geist. Vielleicht sollte jeder mal an solche Tage zurückdenken beim nächsten Spaziergang.

Macht’s gut, Nachbarn.

 

(Dies ist ein Audio Podcast und ein automatisiert erstelltes Skript.)