Herr, Frau und auch Fräulein. Vergangene Eleganz.

Eigentlich wollte ich schimpfen. So richtig als Berliner. Ich wollte schimpfen über dieses ständige: Berliner und Berlinerinnen. Wähler und Wählerinnen.

Oder noch schlimmer: In Berlin Lebende.

Ich hab es mir anders überlegt. Ick jeh dit ma nun janz ruhich an.

Es mag in der guten alten Zeit nicht alles gut gewesen sein, aber eine gewisse Eleganz kann man nicht abstreiten.

Herr, Frau und Fräulein – das zu sagen ist eigentlich auch heute nichts schlimmes.

Und auch nur “Berliner” zu sagen – ohne die weibliche Form. Empfinde ich als völlig in Ordnung.

Was die Anrede angeht kann ich es nicht nachvollziehen. Ich schätze zwar das “Du” fühle mich aber im “Sie” wohler. Frau XY oder Herr XY hat Stil. Und auch das “Fräulein” nutze ich – zwar selten, aber es gibt Momente, in denen es angebracht ist. Wenn eine gleichaltrige Mutter mit Ihrer Tochter vor mir steht. Dann ist es Frau und Fräulein.

Meine Tochter ist auch ein “Fräulein” obwohl Sie alles andere ist, wenn Sie sich am Wochenende beim Fußball zu Boden grätschen läßt.

Und auch bei der Kleidung würde ich eher zum klassischen Anzug inzwischen tendieren, als zum T-Shirt.

Warum nicht mal einen Hut tragen? Mache ich inzwischen.

Muss nicht jeder mögen. Aber ein wenig Eleganz könnten wir alle vertragen.

Mag nicht jeder mögen. Muss nicht jeder verstehen.

Kann ich auch nicht immer umsetzen. Das ist eine andere Geschichte.

 

Macht’s gut, Nachbarn.

 

(Dies ist ein Audio Podcast und ein automatisiert erstelltes Skript.)